Kaum zu glauben, aber heute ist Frühlingsanfang. Zwar regiert noch vielerorts das Schmuddelwetter, doch Meteorologen prophezeien: Schon bald meint es Petrus besser mit uns. Am Wochenende wird vielerorts frühlingshafter Sonnenschein erwartet, nächste Woche soll das Thermometer in Berlin auf 16 °C
klettern. bb:maritim zeigt drei Ausflüge, um das Beste aus dem Frühlingsanfang zu machen.

Ein Spaziergang durch die Vergangenheit
Die Mauer ist weg, der einstige Todesstreifen ist heute bebaut oder in Grünanlagen umgewandelt und DDR-Grenzschützer gibt es nur noch in Form von Schauspielern- Wie soll man sich also den Schrecken der Mauer vor 1989 vorstellen? Die App “Mauerschau” für Smartphones und Tablets lädt zum Spazieren ein und hilft der Fantasie. Indem sie die damalige Mauer-Realität ungeschönt und unverfälscht zeigt: als Videos, Fotos und anhand von Zeitzeugenberichten. Das Besondere dabei: durch einen speziellen Augmented-Reality-Effekt (erweiterte Realität) lassen sich der Blick von heute mit den Schwarz-Weiss-Filmaufnahmen jener Zeit ineinander verblenden. Steht man beispielsweise an der Bernauer Straße und richtet den Sucher des Smartphones oder Tablets an den richtigen Punkt, sieht man die Versöhnungskirche genau dort, wo sie bis 1985 stand, dann zeigt ein Video ihre Sprengung. Oder fixiert man eine bestimmte Hausfassade, legen sich original Filmaufnahmen von den dramatischen Fenstersprüngen darüber, durch die Menschen an dieser Stelle in den Westen flohen. Auf ihrer Website bieten die App-Macher umfangreiche Infos.

http://new.mauerschau.com/wp-content/uploads/2014/04/Mauerschau_iPhone_Kirchensprengung.jpg

Mit “Augmented Reality” Geschichte hautnah erleben. Foto: Mauerschau Medienproduktion UG

Genießertouren im Fläming
Die Nuthe-Nieplitz-Region im Fläming ist ein ideales Ziel für einen Tagesausflug. Gastronomen aus der Region haben sich im Jahr 2014 zusammengeschlossen und für ihre Gäste die „Genießertouren im Fläming“ ins Leben gerufen. Ihre Empfehlungen für Touren zu Fuß, per Rad oder auch mit dem Auto, verstehen sie als kleines „Genießer-Drehbuch für die Freizeitgestaltung außerhalb der Stadt“.
Eine 10 Kilometer lange Tour, für die man rund drei Stunden einplanen sollte, startet im alten Ortskern des Dorfes Wildenbruch, einem Ortsteil von Michendorf. Vom Gasthof „Zur Linde“, der seit 25 Jahren von Ralf und Bärbel Weißmann betrieben wird, geht es vorbei an der alten Wehrkirche aus dem 13. Jahrhundert über die Dorfstraße bis zur kleinen Badestelle am Seddiner See. Hier verläuft der Rundwanderweg Seddiner See über Feldwege und am Ufer entlang bis nach Kähnsdorf. In der dortigen Kulturscheune gibt es häufig Kunstausstellungen oder Veranstaltungen. . In Seddin bietet sich ein kleiner Abstecher aufs Wasser an: beim örtlichen Bootsverleih gibt es das passende Equipment. Der Wanderweg führt dann am Nordufer des Sees bis an den Rand des Golfclubs Seddiner See. Von hier aus geht es weiter über die Feldwege oder durch die Mittelstraße der Golfanlage bis nach Wildenbruch zurück. Im Anschluss an die Tour wartet im Gasthof „Zur Linde“ dann die richtige Stärkung.  Hier ist zur Zeit natürlich auch das Gemüse der Saison, der Spargel zu finden. Infos zu den Genießertouren gibt es hier.

Fit und frisch in den Frühling: Kräuterteller im Gasthof zur Linde. Foto: Gasthof zur Linde

Radwandern in der Lausitz
Die Lausitz ist ein Paradies für Radfahrer. Ein gut ausgebautes asphaltiertes Wegenetz führt um die neu entstehenden Seen herum. Diese früheren Wirtschaftswege bleiben nach Abschluss der Sanierung auf den ehemaligen Bergbauflächen fast ausschließlich Radlern und Skatern vorbehalten. Die Strecken sind breit und überwiegend flach.
Dazu finden sich zehn ausgeschilderte Fernradwege in der neuen Karte “Radwandern in der Lausitz.” Die Karte enthält die wichtigsten Radwege vom Spreewald über das Lausitzer Seenland bis zum Zittauer Gebirge. Zusammen ergeben diese ein Radwegenetz, das die gesamte Lausitz erschließt. Dazu gehören u.a. der Spreeradweg, der Oder-Neiße-Radweg, der Gurkenradweg, die Seenland-Route, die Niederlausitzer Bergbautour oder die Kohle-Wind & Wasser-Tour. Die Radwege sind auf der Rückseite der Karte beschrieben, so dass interessierte Radler bei der Tourenplanung eine genaue Vorstellung sowohl von den Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke als auch von Länge der Tour bekommen. Zudem wird zu jedem Radweg die passende buchbare Radreise empfohlen.
Die neue Karte kann auf den Internetseiten der Tourismusverbände der Lausitz online bestellt und heruntergeladen werden, zum Beispiel beim Tourismusverband Lausitzer Seenland.

RAD

Ehemalige Bergbauflächen sind nun ein Paradies für Radler. Foto: Nada Quenzel