Tausende säumten die Hafenausfahrt, als das Forschungsschiff METEOR im Frühjahr 1925 in See ging. In zweieinhalb Jahren sollte das Schiff dreizehnmal über den Südatlantik kreuzen, um Meeresströmungen zu erforschen. Das Theaterstück METEOR gibt einen spannenden Einblick in die Arbeit dieser Wissenschaftler und das Leben an Bord, früher und heute. Das Theater-Ensemble “Das letzte Kleinod” inszeniert das Stück nun in Stralsund. An einem Ort, der sich besser kaum eignen könnte.

The_Meteor_of_the_German_Meteor_expedition

Die 1915 vom Stapel gelaufene METEOR. Foto: Steve Nicklas

Die Hafeninsel in Stralsund wird vom 5. bis 8. Juli zum Schauplatz einer Aufführung der besonderen Art: Vor dem Ozeaneum macht das Theater „Das letzte Kleinod“ aus Bremerhaven Station, das anlässlich des Wissenschaftsjahres 2016/17, ausgerufen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, in Kooperation mit dem Deutschen Schiffahrtsmuseum das Stück Meteor aufführt.

Das Theaterprojekt soll Verständnis für die Sensibilität des Lebensraumes Ozean und die Arbeitsbedingungen an Bord von Forschungsschiffen wecken. Damit das Werk so authentisch wie möglich ist, holte sich Regisseur und Autor Jens-Erwin Siemssen Inspiration auf der METEOR III, auf der er vier Wochen lang  ein Forscher-Team begleitete. Das Forschungsschiff METEOR dient vor allem der marinen Grundlagenforschung. Auf Expeditionen arbeiten Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen eng zusammen. Das Schiff kann dabei bis zu 50 Tage auf See operieren, ohne zwischendurch einen Hafen anlaufen zu müssen. Genug Zeit für die 28 Wissenschaftler an Bord, um die 20 gut ausgestatteten Labore zu nutzen. Die erste METEOR bereiste vom 16. April 1925 bis zum 2. Juni 1927 den Atlantik und wurde bekannt für die im Rahmen der „Deutschen Atlantischen Expedition“ durchgeführte Vermessung des Atlantischen Ozeans, bei der 13 Lotprofile zwischen Afrika und Südamerika mit 67.000 Echolotungen angelegt wurden.

Der Aufführungsort vor dem Erlebnismuseum Ozeaneum könnte sich in zweifacher Hinsicht kaum besser eignen. Zum einen handelt es sich um ein Stück, das ähnlich dem Ozeaneum die Meeresforschung in den Mittelpunkt stellt. Erzählt wird die Geschichte der ersten deutschen Atlantikexpedition der METEOR in den Jahren 1925 bis 1927, die wichtige Erkenntnisse in dem Bereich lieferte. Zum anderen wird das Stück in einem Bahnwagon auf Schienen aufgeführt, und die führen bis vor das Ozeaneum. Hier gab es bis in die Neunzigerjahre eine Gleisanlage, die im Zuge der Umgestaltung der nördlichen Hafeninsel zurückgebaut wurde und heute nur sporadisch, zum Beispiel für die Befahrung mit historischen Personenzügen und nun auch für ein Theaterstück genutzt wird.

Tickets für 16 Euro pro Person, ermäßigt für zehn  und sechs Euro für Schulklassen sind ab sofort im Ozeaneum erhältlich oder können telefonisch reserviert werden.
Weitere Informationen und Tickets: www.das-letzte-kleinod.de