Alljährlich ist das winterliche Schauspiel des Vogelzugs ein Phänomen, das Ornithologen und Naturliebhaber in die Flusslandschaft zieht. Menschen, die Schwäne eher aus dem Stadtpark kennen, können auf einem Ausflug in den Nationalpark „Unteres Odertal“ deren Artgenossen aus dem Nordosten Europas beobachten: die Singschwäne. Im Unterschied zum Höckerschwan hat dieser einen gelben Schnabel und singt im Flug. Die Singschwantage am nächsten Wochenende im Criewener Nationalpark sind eine besonders gute Gelegenheit, die Vögel persönlich kennen zu lernen. 

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Bis zu 1.500 Singschwäne rasten jährlich im Nationalpark Unteres Odertal. Während der 10. Singschwantage vom 12. bis 14. Februar führen Exkursionen zu den Schlaf- und Nahrungsplätzen der Schwäne und in Vorträgen wird Wissenswertes zur Biologie und Lebensweise der schönen Wintergäste vermittelt. Die Eröffnungsveranstaltung der 10. Singschwantage findetam Freitag, den 12. Februar um 15.30 Uhr im Criewener Nationalparkhaus in Anwesenheit von Staatsekretärin Schilde und Nationalparkleiter Treichel statt.

Regelmäßige Gäste
Der Nordosten Deutschlands ist für russische, baltische und polnische Brutvögel das wichtigste Winterquartier. Abhängig vom Witterungsverlauf überwintern im Unteren Odertal regelmäßig Singschwäne in großer Zahl. Erst bei Vereisung der Schlafgewässer oder wenn die Nahrungspflanzen unter einer Schneedecke verborgen sind, weichen sie weiter nach Westen aus. Der Heimzug erfolgt je nach Witterungsverlauf hauptsächlich im Februar, kann sich in kalten Wintern aber auch bis weit in den März hinein erstrecken. Singschwäne rasten bevorzugt auf Gewässern und ernähren sich dort von Wasserpflanzen. Besonders gern werden Überflutungsflächen in großen Flussniederungen aufgesucht. Auch Maisstoppeläcker, Raps- und Wintergetreide locken die Schwäne.

Grimms Schwäne – keine hässlichen Entlein
Cygnus cygnus, so der lateinische Name des Singschwans, gibt weithin hörbare, charakteristische Laute ab, die Tierforscher und Poeten gleichermaßen anregten, den Schwanengesang zu beschreiben. So nahmen Jacob und Wilhelm Grimm den Singschwan schon in das Deutsche Wörterbuch ( Leipzig 1854 – 1961) auf:  „… im gegensatze zum stummen schwan, der wilde schwan (anas cygnus); er lebt im norden: fliegen sie in kleinen schaaren hoch in der luft, so lassen sie ihre wohlklingende, melancholische stimme wie fernher tönende posaunen hören“.

Vielseitiges Programm
Sonnabend und Sonntag (13. und 14. Februar) bieten Mitarbeiter des Nationalparks und der Naturwacht zwischen 9.00 und 16.00 Uhr fortlaufend Vorträge und Exkursionen zu den Schlaf- und Nahrungsplätzen der Singschwäne. Diese sind als Fußwanderungen vom Nationalparkzentrum aus geplant. Sollten sich die Singschwäne in weiter entfernten Bereichen aufhalten, wird ein Shuttleverkehr organisiert. Regionale Anbieter sorgen im Nationalparkzentrum für das leibliche Wohl. Für die Jüngsten öffnet die „Singschwan-Werkstatt“, in der aus verschiedenen Materialien Schwäne gestaltet werden können. Jeweils um 14.00 Uhr gibt es hier Märchen und Geschichten von Schwänen.

Außerdem zeigt der Berliner Naturfotograf Josef Vorholt in einem Lichtbildervortrag beeindruckende Singschwan-Aufnahmen, die ihm an der Oder und auf Island gelangen. (Sonnabend, 13. Februar, 17.00 Uhr).

Hier geht es zum Programm der Singschwantage.

Anfahrt mit dem ÖPNV
Anfahrt zum Nationalparkzentrum in Criewen: RE 3 von Berlin nach Angermünde; weiter mit der Nationalparklinie 468 der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft; bitte Wochenendfahrplan beachten.