Seit einigen Wochen erfreuen zwei Delfine Bewohner und Touristen an der deutschen Ostseeküste. Die auf den Namen „Selfie“ und „Delfie“ getauften Großen Tümmler sind keineswegs scheu und locken mit ihren Sprüngen Kajakfahrer, Delfin-Fans und Wassersportler aufs kalte Wasser und an die Uferpromenade.

Reisefreudige Delfine erobern die Herzen der Menschen
Am 7. Februar wurden die beiden Delfine erstmals in der Flensburger Förde von Anglern entdeckt. Minutenlang begleiteten die verspielten Tiere ihr Boot, sprangen aus dem Wasser und suchten offenbar die Nähe zum Menschen. Als nächstes sichteten Einsatztaucher der Flensburger Berufsfeuerwehr die Delfine. Selfie und Delfie ließen sich unter Wasser stundenlang filmen. „Es ist unbeschreiblich“, sagte Taucher Stephan Thomsen dem Schleswig-Holstein Magazin: „Das macht schon irgendwas mit einem, ich kann es nicht beschreiben. Also seit gestern habe ich gute Laune.“ Und da ist der Taucher nicht alleine. Selfie und Delfie haben mit ihrer unbändigen Spielfreude und Lebenslust in den vergangenen Wochen die Herzen der Menschen an der Flensburger Förde und weit darüber hinaus im Sturm erobert. Ihre Namen erhielten sie übrigens in Schweden, wo sie vor Kalmar den letzten Sommer verbrachten.
Nach ihrem Aufenthalt in der Flensburger Förde machten sich die beiden auf den Weg nach Dänemark. Doch kaum waren die Delfine Richtung Apenrade entschwunden, tauchten sie auch schon wieder auf. Momentan halten sich die beiden in der Kieler auf und sorgen wie gewohnt für viel Aufmerksamkeit. Ihr freundlich-neugieriges Wesen und ein markanter weißer Fleck an Delfies Flosse deuten darauf hin, dass es sich um die gleichen Tiere handelt.

Seltener Besuch
Oft passiert es nicht, dass sich Delfine in die Ostsee wagen. Der natürliche Lebensraum der Großen Tümmler, die eine Größe von zwei bis vier Metern erreichen können, sind die Nordsee und der Atlantik. Auf der Jagd nach ihrer Leibspeise, dem Hering, dringen sie gelegentlich in die Ostsee vor. Nach Angaben des Deutschen Meeresmuseums wurden jedoch nur insgesamt fünf Tümmler vor der deutschen Ostseeküste beobachtet. Übrigens: Ob Selfie und Delfie ein Paar sind, ist unklar. Es könnte sich auch um zwei männliche oder weibliche Jungtiere handeln.

Strenger Schutz für maritime Gäste
Große Tümmler gelten in deutschen Gewässern als ausgestorben, sie schauen lediglich noch als Gäste vorbei. Sie sind in Deutschland, wie alle anderen Klein- und Großwale gesetzlich geschützt. Das heißt, sie dürfen nicht absichtlich getötet, verletzt oder belästigt werden. Grundsätzlich sind die Überlebenschancen für die beiden Gäste“
in der Ostsee sehr gut, da reichlich Hering vorhanden ist.

Die „Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V.“ informiert über die Delfine und empfiehlt, wie man sich gegenüber den Meeressäugern verhalten sollte.

Foto:  Ormr2014 via Wikimedia Commons