Am 16. Juni 2016 wurde nach zweieinhalbjähriger Bauzeit der sogenannte „Lange Trödel“ eröffnet. Der Finowkanal, die älteste schiffbare Wasserstraße Deutschlands, ist damit wieder in seiner ganzen Länge von 42 Kilometern befahrbar. Das historische, durch Zuschüttungen abgeschnittene Teilstück des Finowkanals zwischen Liebenwalde und dem Oder-Havel-Kanal bei Zerpenschleuse wurde reaktiviert und wieder schiffbar gemacht. Eine neue Schleuse in Zerpenschleuse sowie zwei Klappbrücken und eine Hubbrücke ermöglichen „freie Fahrt“ auf der Wasserstraße.

Durch den Abschluss der Bauarbeiten sind nun drei wichtige Wassersportreviere im Norden Brandenburgs miteinander verbunden. Ohne Umwege oder Barrieren geht es jetzt vom Werbellinsee, durch den Finowkanal, durch die Tonstichlandschaft der Oberen Havel bis in die Seen der Uckermark oder in die Gewässer rund um Rheinsberg.

„Mit dem Lückenschluss ist es möglich, von Schwerin bis fast an die Oder führerscheinfrei Bootsferien zu machen. Selbst ohne einen Abstecher in die schönen Nebengewässer sind das fast 300 Kilometer Wasserwege“, freut sich Harald Kuhnle, Geschäfsführer des Hausbootspezialisten Kuhnle-Tours, der bei der Eröffnung des Lange Trödels selber eines seiner Boote durch den neu eröffneten Wasserweg gesteuert hat. Kuhnle-Tours unterhält in Zehdenick eine Basis von der sich der Finowkanal mit seinen historischen Schleusen und Erholungsgebieten erkunden lässt. Ein Highlight dabei ist das imposante Schiffshebewerk Niederfinow, das älteste noch betriebene Schiffshebewerk Deutschlands.

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Der Finowkanal vor der Jahrhundertwende

Auch zwei weitere Infrastrukturprojekte am Finowkanal steigern die Attraktivität der Region für den Wassertourismus: der neue Stadthafen in Liebenwalde sowie die neu gestalteten Anlegebereiche mit Slipanlage und einer Kanueinsetzstelle in dem zur Gemeinde Wandlitz gehörenden Ort Zerpenschleuse. Der Stadthafen Liebenwalde bietet 32 Liegeplätze für Schiffe mit bis zu 15 m Gesamtlänge, dazu Service-einrichtungen wie einen Hafenshop, einen Sanitärbereich mit WC und Duschen, Schmutzwasser-, Fäkalien- und Abfallentsorgung. Auch Fahrräder können hier für Touren in die Umgebung gemietet werden.

Das für den Wassertourismus der Hauptstadtregion so wichtige Projekt „Langer Trödel“ hat insgesamt 15,6 Millionen Euro gekostet. Davon hat die Landesregierung elf Millionen Euro in Form von Fördermitteln ausgereicht.

Titelfoto: Gonza via Wikimedia Commons